Villeneuve verbrennt das Genre — und es ist großartig.
Mit "Dune: Part Three" liefert Denis Villeneuve den Abschluss seiner Adaption ab. Was er auf die Leinwand bringt, ist nicht weniger als das ambitionierteste Sci-Fi-Werk des Jahrzehnts. Eine Sichtung — vom IMAX-70mm-Print.
Timothée Chalamet als Paul Atreides im finalen Akt. Bild: Warner Bros.
Es gibt diesen einen Moment im dritten Akt, in dem die Kamera nicht mehr blinzelt. Sie hängt an Chalamets Gesicht, vier volle Minuten lang, während um ihn herum eine Welt zerbricht. Kein Score. Kein Schnitt. Nur ein Mann, der zum Mythos wird — und ein Regisseur, der sich traut, das auszuhalten.
Villeneuve hat die DNA von Frank Herberts Roman nicht modernisiert. Er hat sie ausgegraben. "Dune: Part Three" ist düsterer als Part One, langsamer als Part Two, und gleichzeitig das emotional packendste Werk, das ich seit Jahren im Kino gesehen habe. 166 Minuten, die sich anfühlen wie 90.
Was funktioniert.
Hans Zimmer liefert seinen besten Score seit Interstellar. Die Schlachtszenen auf Arrakis sind rauer, brutaler, körperlicher — kein hochglanz-poliertes Marvel-CGI, sondern Sand in den Augen. Zendaya bekommt endlich den Raum, den sie verdient. Und Florence Pugh als Princess Irulan ist die heimliche Hauptdarstellerin.
"Es ist das ehrlichste Hollywood-Sci-Fi seit Blade Runner 2049 — und der Mut, den Mythos zu erden statt zu glorifizieren, macht es großartig."
Was stört.
Der zweite Akt zieht. Wer Herbert nicht kennt, wird über die "Bene-Gesserit-Politik" stolpern. Und ja, manche Dialoge sind so ernst, dass sie kippen. Aber das ist das Risiko, das Villeneuve eingeht — und es zahlt sich aus.
// Verdict
Das ambitionierteste Sci-Fi der Dekade. Pflicht-Sichtung im IMAX. Wer sich auf die Langsamkeit einlässt, wird belohnt.